Roots of Devaluation: An Empirical Cross-National Study in the Context of Socially Disadvantaged Groups
Die Entstehung von Abwertungen gegenüber bestimmten Personengruppen lässt sich aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven erklären. Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive relevante Ansätze sind hierbei insbesondere die Deprivationstheorie (Stouffer, 1949) und die Theorie der sozialen Identität (Tajfel, 1978). Beide Modelle verdeutlichen, dass soziale Vergleiche und Gruppenzugehörigkeiten zentrale Mechanismen darstellen, die negative Bewertungen und Distanzierungen gegenüber „Fremdgruppen“ begünstigen. Das Konzept der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF; Heitmeyer et al., 2006) liefert darüber hinaus einen etablierten Referenzrahmen für die Analyse aktueller Erscheinungsformen sozialer Abwertung.
Vor diesem Hintergrund nehmen wir im Projekt gegenwärtige Rahmenbedingungen – wie etwa Einflüsse von Social-Media-Phänomenen wie die Bedeutung von Influencer*innen oder ökonomische Wertorientierungen – in den Blick. Ziel ist es, empirisch zu prüfen, wie solche Faktoren das Entstehen und die Stabilisierung abwertender Einstellungen fördern oder verstärken bzw. die dahinterliegenden Prozesse mediieren. Parallel dazu soll die Arbeitshypothese geprüft werden, ob identifizierte Effekte in unterschiedlichen Ländern divergieren.
Methodisch wird eine quantitative Querschnittserhebung basierend auf einer willkürlichen Stichprobe (convenience sampling) durchgeführt. Befragt werden jeweils rund 500 Studierende pro und an mindestens zwei Hochschulen aus unterschiedlichen Ländern. Aktuell sind zunächst Datenerhebungen an der Technischen Universität Dortmund (Deutschland) sowie an der Pädagogischen Hochschule Winneba (Ghana) geplant.



